LRS/ Legasthenie

Lernen verstehen

Begriffe wie „Teilleistungsstörung“ oder „Lernstörung“ werden häufig verwendet. Dazu zählen beispielsweise die Lese-Rechtschreib-Störung (Legasthenie), die Rechenstörung (Dyskalkulie) oder Aufmerksamkeitsstörungen. Persönlich empfinde ich diese Bezeichnungen jedoch als wenig hilfreich, da sie den Blick vor allem auf das richten, was ein Kind oder Jugendlicher nicht kann.

Kinder und Jugendliche lernen unterschiedlich. Manche entwickeln das Lesen, Schreiben oder Rechnen problemlos, andere benötigen mehr Zeit, andere Lernwege oder eine gezielte Unterstützung. Nicht jeder Lernweg passt in das schulische System – und genau dort setzt die integrative Lerntherapie an: Sie orientiert sich an den individuellen Voraussetzungen, Stärken und Bedürfnissen des Kindes oder Jugendlichen.

Am meisten werde ich gefragt, auf welche Auffälligkeiten/ Hinweise geachtet werden sollte:

 

Erste mögliche Anzeichen bereits im Vorschulalter

  • verspäteter Sprechbeginn oder Sprachentwicklungsverzögerungen
  • Schwierigkeiten beim Reimen und Silbenklatschen
  • Probleme, ähnlich klingende Laute zu unterscheiden
  • Schwierigkeiten, sich Reime, Liedtexte oder Wortfolgen zu merken
  • Unsicherheiten beim Benennen von Farben, Formen oder Buchstaben
  • Auffälligkeiten in der Feinmotorik, z. B. beim Malen, Ausschneiden oder der Stifthaltung
  • Schwierigkeiten in der Raum-Lage-Orientierung (z. B. rechts und links unterscheiden oder Formen/ Muster nachlegen)
  • verlangsamte Verarbeitung visueller oder auditiver Informationen
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
  • wenig Interesse an Büchern, Buchstaben oder Sprachspielen

Hinweise auf eine Lese- Rechtschreibstörung/ Legasthenie

  • Das Erlernen der Buchstaben und das Zusammenziehen dieser zu Silben, später Wörtern fällt schwer.
  • Häufig vorkommende, kleine Wörter werden falsch geschrieben, z.B. „in“ statt „ihn“ oder „dan“ statt „dann“.
  • Vertauschen von formähnlichen Buchstaben (z.B. „b“ für „d“ oder „ie“ für „ei“).
  • Vertauschen von akustisch ähnlichen Buchstaben (z.B. „g“ für „k“ oder „b“ für „p“).
  • Beim Schreiben von „ö-ä-ü“ werden die Striche und bei „i“ der Punkt weggelassen.
  • Das Kind lässt beim Schreiben Buchstaben aus, fügt welche hinzu oder vertauscht deren Reihenfolge (z.B. „geich“ oder „geleich“ oder „geilch“ statt „gleich“)
  • Probleme mit langen/ kurzen Vokalen und deshalb mit Dehnungen bzw. Dopplungen, z.B. „Wele“ statt „Welle“
  • fehlerhafte Klein- und Großschreibung
  • Schwierigkeiten beim Erlernen einer Schreibschrift, spätere Handschriftprobleme

Hier finden Sie weitere Informationen über legasthene Menschen.

buchstabensuppe

Nicht jede Auffälligkeit ist behandlungsbedürftig – und nicht jedes Kind entwickelt sich im gleichen Tempo. Entscheidend ist immer das Gesamtbild und der individuelle Entwicklungsverlauf.